Kamilla Czastka Painting

Startseite

spacer

Wie privat darf die Kunst sein?

Wie privat darf die Kunst sein?

Wie privat darf die Kunst sein?

vor 7 Jahren und 40 Tagen

Was darf heute auf privaten Wänden hängen? Und wer entscheidet darüber? Ich habe mich etwas nach draussen gewagt und hörte so einige Anschauungen über die Kunst. Zurückgekehrt in meine Höhle sass ich eine Weile etwas durchgeschüttelt da. Da waren Aussagen einiger Galeristen und Kunst-Pädagogen, weiter Gespräche mit Kunst-Liebhabern und Kunststudenten. Zweierlei beeindruckte mich: Zu einem die Sehnsucht nach "privater" Kunst, anderseits die Unsicherheit für sich selbst sprechen zu dürfen was berührt. Diesen Aspekt weiter betrachtend gibt es noch die selbstverneinende Haltung nicht zu seiner eigenen Wahl stehen zu können. Was ist passiert?

Eine Galeristin erklärte, dass zur Zeit nur abstrakte Kunst sich gut verkauft. Die Menschen, welche bei ihr einkehren scheinen Gegenständlichkeit zu meiden, da diese zu viele Emotionen mitbringt.
Eine andere Galerie verdeutlichte, dass sie nur Namen verkaufen. Ob ansprechende Technik oder Motiv, Aussage oder Expression ist nicht wesentlich. Der Name trägt den Wert. Ist der Name grösser als mein Liebhaber? Der wirtschaftlich-investitive Ansatz ist mir tatsächlich ein wenig abhanden gekommen. Ich fühlte uns schon in einer selbstbewusster Epoche. Ich war demnach ein wenig überrascht. Noch eine weitere Galerie erklärte, dass eigentlich der Markt die Ölmalerei zur Zeit nicht ruft. Vielleicht meinte sie auch übergreifend die traditionelle Form des Kunsthandwerks.

Dem gegenüber sah ich Menschen im Folkwang-Museum Bilder betrachten und erleben. Ich war sehr berührt von der Stimmung. Es waren sehr viele Menschen dort. Sie liessen die Bilder auf sich wirken und genossen die Nähe zur Seele ganz deutlich. Dort war diese Sehnsucht ein bestimmtes Bild mit der dazugehörigen Seele als ein komplementäres Gegenüber mitnehmen zu dürfen. Einfach nur deswegen, weil das eine Bild vertraut war. Hätte der Erschaffer mit diesem einem Werkliebendem zusammen sitzen können an einem Tisch, so hätte sich der eine mit dem anderem vielleicht sogar verbrüdert.

Nach diesem Erlebnis versuchte ich mir vorzustellen wie meine Bilder in mir fremden Räumen hängen und erfahren werden. Versteht mich mein Gegenüber, wenn er ein Stück von mir betrachtet, welches er mitnahm in Form eines Bildes oder Zeichnung? Multikulturell und multimedial bewegen wir uns in einer Epoche in der alles erlaubt ist. Es ist grossartig. Eigentlich. Eigentlich als Einschränkung nur, weil wir jetzt nur noch eines wagen müssen: Uns selbst erlauben zu bestimmen, was uns wichtig ist und uns bewegt. Losgelöst und befreit von den unendlichen Beratern und Vordenkern.   K.C.